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Vinothek

Completer Solera

Nussige Gerbstoffe treffen zarte Orangenblüten
  • 75 cl 2018-2024 62.– Nicht vorrätig
  • 150 cl 2018-2024 124.– Nicht vorrätig

Wegen grosser Nachfrage derzeit nur per Zuteilung erhältlich. Trage bei Bestellabschluss in die Notizen „Completer 75cl“ bzw. „Completer 150cl“ ein — wir bestätigen die Zuteilung.

Geheimnisvoll,  unergründlich, vornehm  offenbart  sich  der  Completer  im Glas. Er  ist  die  urtümliche Verschmelzung  von  Natur  und  schöpferischem  Handwerk.

Das biodynamisch kultivierte Traubengut vergärt spontan in der Holzbütte von 1862. Nach der 12-monatigen Reifung im Barrique, ruht der Completer ein weiteres Jahr in der Tonkugel.

Feine Aromen von Orangenblüten und reifen Äpfeln kontrastieren mit einer saftigen Säure und nussigen Gerbstoffen im Gaumen.

Trinken wir zu

Capuns, Ceaser Salad, hellem Fleisch mit cremigen Saucen, würzigen Eintöpfen, geräuchertem Fisch und gewichtigen Entscheiden.

Trinkreife

4 - 40 Jahre

Temperatur

12° C

Reblage

Jenins und Malans

Appelation

Graubünden AOC

Boden

Sandiger Lehm, mittelschwer, verwitterter Kieselkal und Bündner Schiefer

Sorte

Completer

Weinernte

Mitte bis Ende Oktober

Oechsle

89 - 102

Erntemenge

470 g/ qm

Gärbehälter

Holzbottich

Hefe

Spontangärung

Alkohol

13.5

pH-Wert

3.3

Restzucker

0

Lagerung

12 Monate im Barrique, danach in der Clayver Luna Solera

Filtration

Abfüllung

jeweils im Februar des Verkaufsjahres

Gesamt SO2

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Auszeichnungen

"Der Weisswein Completer Solera des Weinguts Weingut Obrecht, Christian und Francisca Obrecht wurde 2025 von Benjamin Herzog und Dominik Vombach mit 96 Falstaff-Punkten bewertet. Es handelt sich um einen Wein der Rebsorte Completer aus der Region Kanton Graubünden in Schweiz."
Completer Solera 2018-2023

96/100 Punkte Falstaff

Completer Solera 2018-2023

94/100 Punkte Vinum Profipanel 04/ 2025 Schweiz

Completer 2016

92-93/100 Parker Punkte

Completer 2015

91/100 Parker Punkte

Completer 2015

18/20 Punkte Schweizerische Weinzeitung

Completer 2015

93/100 Falstaff

Completer 2014

89/100 Parker Punkte

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Bereits in den 1940er Jahren füllten Christian und Susanna Obrecht-Wegelin (III. Generation) Completer aus der Malanser Lage Bregezer in Flaschen ab. Nachdem 1955 ein Winterfrost einen Grossteil der Anlage zerstörte, entschieden die Beiden durch Pflanzung von Pinot Noir auf den veränderten Geschmack der Kundschaft zu reagieren. Der Completer verschwand aus dem Obrechtschen Sortiment.

Doch stets faszinierten die seltenen Completer-Weine. Drum gedeiht seit 2010 im Bregezer der Completer wieder.

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Geschrieben von Christian Obrecht III, um 1990

Älteste Weisswein-Sorte in der Bündner Herrschaft, wahrscheinlich römischen Ursprungs. Gedeiht nur in ganz guten Lagen und erreicht in einem guten Weinjahr (Sonnenjahr) bis zu 115° Oechsle, solche Jahrgänge mit einer vollen Reife gehören zu den feinsten Weissweinen unseres Landes, mit einem eigenartigen, feinen und hervortretenden Bukett.

Die Rebe ist nicht sehr fruchtbar und empfindlich in der Blüte. Der Anbau ist seit dem totalen Frostjahr 1956 immer mehr zurückgegangen und die Weine haben heute einen Raritätenwert. Ohne besondere kellereitechnische Massnahmen sind die Weine erst im dritten bis 4 Jahre Fasslagerung abfüllreif in Flaschen, dadurch trotz relativ hohen Preisen nicht rentabel.

Der Name „Completer“ stammt nach mündlicher Überlieferung aus folgender Ableitung. Das Bistum Chur war jahrhundertelang Besitzer der sonnigen Rebhalden (Completerhalden) in Malans. Der hier wachsende Weisswein wurde wahrscheinlich in einer klösterlichen Trotte in Malans gekeltert kam dann aber zum weiteren Ausbau (siehe oben 3 bis 4 Jahre) per Achse (Fässer auf Ochsenkarren) in die Hofkellerei nach Chur. Der hier im Fass ausgereifte weisse Malanser stand ausschliesslich dem Klerus zu.

Ein Priester der die COMPLETA (sehr langer und anstrengender Messgang) gelesen hatte war dazu privilegiert ein Steinkrüglein des weissen Malansers in der Hofkellerei entgegenzunehmen.

Daher der Name Completer. Dieser Wein wird auch in Konrad Ferdinands „Jürg Jenatsch“ erwähnt. Dies ist die geschichtliche Version des Namens „Completer“. Böse Zungen belieben dem Namen aber noch eine andere Deutung zu geben. Sie leiten den Namen von: completer = vervollständigen ab. Completer, dieser Weisswein, goldfarbig mit bis zu 115° Oechsle wird sehr alkoholreich, mit seinem ausgebauten, runden und harmonischen Bukett schmeckt er jedoch nicht brandig und schnapsig wie ein aufgezuckerter Wein und der hohe Alkoholgehalt kommt dem besinnlichen Geniesser meist zu spät zum Bewusstsein. Er gehört deshalb zu den Weinsorten, die im Geruche stehen, sie seien als flüssiges Gold wie Milch zu trinken, hätten aber die üble Nachwirkung zunächst unvermerkt den Zustand zu vervollständigen, der nach biblischer Überlieferung schon unserm Stammvater Noah zum Verhängnis geworden und ihn in eine höchst peinliche Situation gebracht.

Solera_Grafik

Das Solera-Prinzip ist eine Methode zur Reifung und Mischung von Weinen, die harmonische Kontinuität und Komplexität im Geschmack über einen langen Zeitraum mit sich bringt. Dabei wird kontinuierlich ein Teil des Inhalts aus den ältesten Tonkugeln (Solera) entnommen und durch eine gleiche Menge jüngerer Weine ersetzt.

Die Obrecht Tonkugel Solera beginnt mit dem Jahrgang 2018. Erst im Jahr 2024 wird eine erste Teilmenge abgefüllt. Es handelt sich bereits um ein Gemisch der Jahrgänge 2018 bis 2022.

Die Hauptmenge bleibt in den Tonkugeln zurück und wird zur gegebenen Zeit mit dem jüngsten Completer-Jahrgang aus den Barriques aufgefüllt.

So nimmt die Fülle der Jahrgänge in der Solera von Jahr zu Jahr zu, so dass auch in ferner Zukunft ein verschwindend kleiner Anteil 2018er in jeder Flasche zu finden sein wird.

Grafik: Tonia Obrecht; Text: Francisca Obrecht
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Publiziert: 10.02.2024 um 14:32 Uhr | Aktualisiert: 26.02.2024 um 08:58 Uhr – Nicolas Greinacher, Redaktor Wein,  DipWSET

So schmeckt die Weltneuheit vom Weingut Obrecht

Das charmante Weindorf Jenins GR sorgt mit einer neuen Weinkreation für Aufsehen. Als erste Publikation hatte Blick die Möglichkeit, den neuen Solera-Completer vom Weingut Obrecht zu verkosten.

Falls du noch nie von der Rebsorte Completer gehört hast, geht es dir vermutlich wie den meisten von uns. Hinter der klangvollen Bezeichnung verbirgt sich eine äusserst seltene, uralte Schweizer Rebsorte, die in Graubünden auf lediglich 6,8 Hektar angebaut wird. Das entspricht gerade mal neuneinhalb Fussballfeldern mit einer Fläche von 68 mal 105 Metern.

Die herben Weissweine mit ihrer markanten Säurestruktur halten sich über viele Jahre und entwickeln im Laufe der Zeit herrliche Aromen von getrockneten Früchten sowie eine prägnante Würze. Das Winzer-Ehepaar Obrecht aus Jenins GR bewirtschaftet mit knapp einem Hektar die grösste Completer-Rebfläche. Neu werden die urchigen Weissweine aber nicht mehr wie üblich nach Jahrgang abgefüllt, sondern nur noch als Verschnitt mehrerer Jahrgänge.

Erster Solera-Completer besteht Feuertaufe

Als erste Publikation hatte Blick die Möglichkeit, die neue Weinkreation zu verkosten. Dabei fragten wir beim Winzerpaar nach, wie es überhaupt zu dieser Idee kam: «Nicht beim Teetrinken, sondern nach ein paar Gläsern Wein! Die Urtümlichkeit vom Completer neigt zur Alternanz, was bedeutet, dass Erträge von Jahr zu Jahr stärker schwanken als bei gezüchteten Sorten. Und unsere Vorfahren hatten ihr Completerfass immer nur zum Teil in Flaschen abgezogen und dann wieder mit der neuen Ernte zugefüllt. Ein perpetuales System also, welches uns fasziniert hat.»

Dieses Vorgehen wird auch als Solera-System bezeichnet und findet unter anderem bei der Sherry-Produktion Anwendung. So enthält der erste Solera-Completer der Obrechts Weine der Jahrgänge 2018 bis 2022. Nach der Ernte werden die biodynamisch zertifizierten Trauben spontan vergoren und reifen ein Jahr lang in Eichen- und Akazienholz-Barriques, bevor sie schliesslich in 220-Liter-Tonkugeln weiter reifen. Danach wandern die einzelnen Jahrgänge von Tonkugel zu Tonkugel, bis schliesslich einmal im Jahr ein Solera-Completer abgefüllt wird.

Und wie schmeckt er nun, der Solera-Completer? Gespannt wie ein Pfeilbogen und äusserst elegant, zeigt der geschmeidige Weisse eine beeindruckende Tiefe. Mit lediglich 13,5 Prozent Alkohol ist der Solera-Completer zudem deutlich frischer und weniger wuchtig als andere Weine dieser Sorte. Darüber hinaus ist das Potenzial, mit zunehmendem Alter noch komplexer zu werden, ebenfalls vorhanden. Einziger Wermutstropfen: Laut ersten Schätzungen werden pro Jahr lediglich um die 3000 Flaschen abgefüllt.